Hinweis: Auf dieser Seite verwenden wir Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links kaufst, erhalten wir möglicherweise eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

campklar.de

Ratgeber · Outdoor-Küche

Wie lange hält eine Gasflasche beim Camping? Tabelle

Wie lange hält eine Gasflasche beim Camping? Formel, Tabelle für 230-g-Kartusche bis 11-kg-Flasche, Camping-Tage-Richtwerte und Füllstands-Check.

CKCampklar-Redaktion10. Juli 20266 Min Lesezeit

Freitagmittag, das Auto ist halb gepackt, und die entscheidende Frage steht im Raum: Reicht die angebrochene Kartusche fürs Wochenende – oder muss noch Gas mit? Die gute Nachricht: Das lässt sich rechnen, mit einer einzigen simplen Formel. Du brauchst nur zwei Zahlen: wie viel Gas im Behälter steckt und wie viel dein Kocher pro Stunde verbraucht.

Die Formel: Gasgewicht geteilt durch Verbrauch

Der Rechenweg passt in eine Zeile: Brenndauer (Stunden) = Gasgewicht (Gramm) ÷ Verbrauch (Gramm pro Stunde). Das Gasgewicht steht auf dem Behälter – 230 g auf der Standard-Schraubkartusche, 5.000 g in der 5-kg-Flasche. Den Verbrauch geben viele Hersteller direkt in g/h an, meist auf dem Typenschild oder im Datenblatt.

Steht dort nur eine Leistung in Kilowatt, hilft eine Faustregel: Ein Gaskocher verbraucht je Kilowatt Leistung rund 70 bis 80 g Gas pro Stunde – auf voller Stufe. Ein typischer 1-flammiger Campingkocher mit etwa 2 kW zieht also rund 150 g/h, ein 2-flammiger Kocher mit beiden Brennern auf Vollgas (ca. 2 × 2 kW) etwa 300 g/h.

Damit ist das erste Beispiel schnell gerechnet: 230-g-Kartusche ÷ 150 g/h ≈ 1,5 Stunden Vollgas. Alle Werte hier sind Richtwerte – der tatsächliche Verbrauch hängt von Kocher, Gasgemisch und Bedingungen ab. Für die Vorratsplanung ist die Faustregel aber völlig ausreichend genau.

Brenndauer-Tabelle: von der 230-g-Kartusche bis zur 11-kg-Flasche

So lange brennt das Gas rechnerisch auf voller Stufe, je nach Modell und Bedingungen etwas mehr oder weniger:

Behälter 1-flammiger Kocher (ca. 2 kW) 2-flammiger Kocher (ca. 2 × 2 kW) Gasgrill (ca. 4 kW)
230-g-Kartusche ca. 1,5 h ca. 45 min ca. 45 min
450-g-Kartusche ca. 3 h ca. 1,5 h ca. 1,5 h
5-kg-Flasche ca. 30–35 h ca. 16–18 h ca. 16–18 h
11-kg-Flasche ca. 70–75 h ca. 35–38 h ca. 35–38 h

Dass 2-Flammer und Grill in denselben Werten landen, ist kein Zufall: Dem Gas ist egal, auf wie viele Brenner es sich verteilt – entscheidend ist die Gesamtleistung in Kilowatt. Und wichtig: Die Tabelle zeigt Vollgas, also den Maximalverbrauch. In der Praxis kocht kaum jemand 45 Minuten am Stück auf höchster Stufe, deshalb kommst du fast immer weiter als die reine Rechnung.

Wie viele Camping-Tage stecken in Flasche und Kartusche?

Für die Urlaubsplanung zählt weniger die Stundenzahl als die Frage: Wie viele Tage komme ich damit aus? Dafür braucht es eine Annahme, und die machen wir transparent: rund 45 bis 60 Minuten Brennzeit pro Tag – morgens Kaffee, abends eine warme Mahlzeit –, wovon nur ein Teil auf Vollgas läuft (Ankochen), der Rest auf kleiner Flamme. Rechnerisch setzen wir das grob mit einer Vollgas-Stunde pro Tag gleich; wer sparsam kocht, liegt darüber.

Behälter 1-flammiger Kocher 2-flammiger Kocher Gasgrill (ca. 1–1,5 h pro Abend)
230-g-Kartusche ca. 1–2 Tage ca. 1 Tag knapp 1 Grillabend
450-g-Kartusche ca. 3–4 Tage ca. 1–2 Tage ca. 1 Grillabend
5-kg-Flasche ca. 4–6 Wochen ca. 2–3 Wochen ca. 12–15 Grillabende
11-kg-Flasche ca. 2–3 Monate ca. 5–7 Wochen ca. 25–30 Grillabende

Das Standard-Beispiel durchgerechnet: Eine 5-kg-Flasche am 2-flammigen Kocher liefert rund 16 bis 18 Stunden Vollgas – bei normalem Kochverhalten entspricht das etwa zwei bis drei Wochen Camping. Für ein verlängertes Wochenende zu zweit reicht am Einflammer rechnerisch schon die 450-g-Kartusche, mit einer Reserve im Gepäck schläfst du trotzdem ruhiger. Kleine Kartuschen am 2-Flammer oder Grill sind dagegen eher die Notlösung – diese Geräte laufen in der Praxis meist an der 5-kg-Flasche.

Was den Gasverbrauch wirklich beeinflusst

Drei Faktoren entscheiden, ob du am oberen oder unteren Ende der Tabelle landest.

Wind ist der größte Gasfresser. Schon eine leichte Brise bläst einen Teil der Hitze am Topf vorbei – die Kochzeit steigt, während der Kocher unverändert weiterläuft. Ein einfacher Windschutz spart deshalb je nach Bedingungen spürbar Gas, oft einen zweistelligen Prozentsatz pro Mahlzeit.

Teillast senkt den Verbrauch massiv. Nudeln garen auch ohne sprudelndes Vollgas: Nach dem Ankochen auf kleine Flamme schalten kann den Verbrauch grob halbieren. Ein Deckel auf dem Topf verkürzt zusätzlich die Kochzeit.

Topf und Brenner müssen zusammenpassen. Ein kleiner Topf auf großer Flamme heizt vor allem die Luft drumherum. Passt der Topfdurchmesser zum Brenner, kommt die Energie im Essen an statt daneben.

Das Kälte-Problem: Butan macht unter etwa 5 °C schlapp

In Kartusche und Flasche steckt Flüssiggas, das erst beim Verdampfen zu brennbarem Gas wird – und genau da liegt der Haken. Butan verdampft unterhalb von etwa 0 °C praktisch nicht mehr, schon ab rund 5 °C bricht der Druck spürbar ein. Das Ergebnis kennt jeder Frühjahrs-Camper: Die Kartusche ist noch halb voll, aber die Flamme wird immer kleiner. Propan verdampft dagegen bis etwa -40 °C zuverlässig.

Gas funktioniert zuverlässig bis ca. steckt typischerweise in
Butan +5 °C Standard-Schraubkartuschen
Butan-Propan-Mix (Wintergas) -5 bis -10 °C je nach Mischung Winter- und Outdoor-Kartuschen
Isobutan ca. -10 °C hochwertigen Trekking-Kartuschen
Propan ca. -40 °C den grauen 5- und 11-kg-Flaschen

Die Grenzwerte variieren je nach Hersteller und Mischung leicht. Für die Praxis heißt das: Im Sommer ist das Gasgemisch fast egal. Wer in der Übergangszeit oder in den Bergen kocht, greift zu Kartuschen mit Propan- oder Isobutan-Anteil – oder gleich zur Propan-Flasche mit Druckminderer.

Füllstand prüfen: drei Methoden ohne Zubehör

Wiegen – die genaueste Methode. Auf jeder Gasflasche ist das Leergewicht eingeprägt, meist als Tara auf der Flaschenschulter oder dem Tragering. Flasche auf die Personenwaage: Gesamtgewicht minus Tara ergibt das restliche Gas. Das funktioniert auch bei Kartuschen, wenn du das aufgedruckte Leergewicht kennst oder die volle Kartusche einmal vorab gewogen hast.

Warmwasser-Methode – für unterwegs. Gieße etwas warmes (nicht kochendes) Wasser außen an Flasche oder Kartusche herunter und fahre danach mit der flachen Hand über die Wand. Wo das Metall kühl bleibt, steht innen noch flüssiges Gas – es nimmt die Wärme deutlich schneller auf als der leere Bereich darüber. Die Grenze zwischen kühl und warm ist der Füllstand.

Schwapp-Test – grob, aber schnell. Kartusche vorsichtig kippen und auf das Schwappen des Flüssiggases achten. Das verrät nur noch viel oder fast leer, reicht aber für die schnelle Entscheidung, ob eine Reserve mit muss.

Sicherheit beim Umgang mit Gasflasche und Kartusche

Beim Thema Gas gelten ein paar Regeln ohne Ausnahme. Dichtheit prüfst du ausschließlich mit Seifenwasser oder Lecksuchspray – Bläschen zeigen das Leck. Niemals mit Feuerzeug oder offener Flamme nach einem Leck suchen. An gasführenden Teilen – Ventil, Druckminderer, Schlauch, Düse – wird nichts selbst repariert; defekte Teile werden komplett getauscht. Gasflaschen werden stehend betrieben, stehend transportiert und stehend gelagert, das Ventil ist nach jedem Gebrauch zu. Und weder Flasche noch Kartusche gehören in die pralle Sonne hinterm Autoglas oder in Kellerräume unter Erdgleiche.

Wenn du neu kaufst: auf die g/h-Angabe achten

Falls dein Kocher ein heimlicher Gasfresser ist oder du vom Kartuschen- auf den Flaschenbetrieb umsteigen willst, lohnt beim Kauf der Blick auf die g/h-Angabe im Datenblatt – nicht nur auf die kW-Zahl. Zwei Kocher mit gleicher Leistung können sich bei Effizienz und Regelbarkeit (feines Simmern statt Vollgas-Sprüngen) deutlich unterscheiden. Eine sortierte Übersicht empfehlenswerter Modelle vom Solo-Brenner bis zum 2-Flammer findest du in unserer Bestenliste der Campingkocher und Gaskocher. Wie Kocher und 5-kg-Flasche zusammenkommen – Stichwort 30 oder 50 mbar –, erklärt Schritt für Schritt der Ratgeber Gaskocher an Gasflasche anschließen. Und wie viel Kochleistung dein Setup überhaupt braucht, klärt sich oft beim Einrichten der Campingküche.

Kurz-Checkliste: Gasvorrat fürs Camping planen

  • Verbrauch ermitteln: g/h aus dem Datenblatt oder kW-Angabe × 70–80 g/h
  • Brenndauer rechnen: Gasgewicht ÷ Verbrauch, dann mit rund einer Brennstunde pro Tag planen
  • Reserve einpacken: eine zweite Kartusche, auf langen Touren die Ersatzflasche
  • Unter 10 °C: Wintergas-Kartuschen oder Propan-Flasche statt reinem Butan
  • Windschutz und Topfdeckel mitnehmen – die günstigsten Gassparer
  • Vor der Abfahrt wiegen statt raten: Gesamtgewicht minus Tara = Restgas

Häufige Fragen

Wie viel Gas verbraucht ein Campingkocher pro Stunde?
Als Faustregel verbraucht ein Gaskocher je Kilowatt Leistung rund 70 bis 80 Gramm Gas pro Stunde auf voller Stufe. Ein typischer 1-flammiger Campingkocher mit etwa 2 kW liegt damit bei rund 140 bis 160 g/h, ein 2-flammiger Kocher mit beiden Brennern auf Vollgas bei etwa 300 g/h. Auf kleiner Flamme sinkt der Verbrauch deutlich – oft auf die Hälfte oder weniger.
Wie erkenne ich, wie voll die Gasflasche noch ist?
Am genauesten ist Wiegen: Auf der Flaschenschulter ist das Leergewicht als Tara eingeprägt – Gesamtgewicht minus Tara ergibt das restliche Gas in Kilogramm. Für unterwegs funktioniert die Warmwasser-Methode: etwas warmes Wasser außen an Flasche oder Kartusche herunterlaufen lassen und mit der flachen Hand nachfühlen. Wo die Wand kühl bleibt, steht innen noch flüssiges Gas.
Reicht eine 230-g-Kartusche für ein Wochenende?
An einem 1-flammigen Kocher mit rund 2 kW liefert eine 230-g-Kartusche etwa 1,5 Stunden Vollgas. Für ein Solo-Wochenende mit Kaffee und einfachen Mahlzeiten reicht das meist knapp, zu zweit mit richtigem Kochen wird es eng. Eine Reserve-Kartusche kostet wenig Packvolumen und erspart den kalten Kaffee am Sonntagmorgen.
Warum funktioniert Butan bei Kälte schlechter als Propan?
Butan verdampft unterhalb von etwa 0 °C kaum noch – schon ab rund 5 °C fällt der Druck spürbar ab und die Flamme wird klein, obwohl die Kartusche noch halb voll ist. Propan verdampft dagegen bis etwa -40 °C zuverlässig. Für kalte Nächte eignen sich deshalb Kartuschen mit Propan- oder Isobutan-Anteil (Wintergas) oder gleich eine Propan-Flasche mit Druckminderer.
Wie lange hält eine 11-kg-Gasflasche beim Camping?
Eine 11-kg-Flasche liefert an einem 2-flammigen Kocher rechnerisch rund 35 bis 38 Stunden Vollgas – bei einer knappen Stunde Kochzeit pro Tag also etwa fünf bis sieben Wochen, mit sparsamem Kochen deutlich mehr. Sie lohnt sich vor allem für Dauercamper und lange Standzeiten. Für mobile Touren ist die 5-kg-Flasche das handlichere Format.
Kann das Gas in einer Flasche oder Kartusche schlecht werden?
Nein, Flüssiggas altert praktisch nicht – eine dicht verschlossene Kartusche aus der letzten Saison ist normalerweise problemlos nutzbar. Altern können aber die Bauteile drumherum: Gasschläuche tragen ein aufgedrucktes Herstellungsjahr und sollten laut gängiger Empfehlung nach rund zehn Jahren getauscht werden, rissige oder spröde Schläuche sofort. Auch die Dichtungen am Ventil verdienen vor jedem Saisonstart einen Blick.
Spart ein Windschutz wirklich Gas?
Ja, deutlich. Wind bläst einen Teil der Hitze am Topf vorbei – die Kochzeit steigt, während der Kocher unverändert Gas verbraucht. Ein einfacher Faltwindschutz verkürzt die Kochzeit je nach Bedingungen spürbar und senkt den Verbrauch pro Mahlzeit oft um einen zweistelligen Prozentsatz. Zusammen mit einem Topfdeckel ist er der günstigste Gassparer überhaupt.

Weiter im Cluster

Stand: Juli 2026